Der Seeschiffsverkehr mit seiner Abgasproblematik (NOx, SOx und Rußpartikel) führt ein seltsam ruhiges Dasein in der Klimadiskussion.
Berufsbedingte (Abgas-) Erfahrungen bei Probefahrten mit Schiffsneubauten sowie die steigenden Energiekosten und Klimaproblematik der herkömmlichen Schiffe führten dazu, dass sich in Hamburg (Deutschland) ein Diskussions- und Arbeitskreis zu der Problematik Schiff und Klima gegründet hat. Inzwischen hat sich ein Kreis von Fachleuten herausgebildet, der innerhalb des Bundesverband Windenergie e.V. seit vielen Jahren aktiv ist, um Abgasströme und Antriebsalternativen der Schifffahrt öffentlich zu problematisieren und zu diskutieren.
Gerade die Windenergienutzung in der Schifffahrt kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken und gerät nun - angesichts dramatisch steigender Treibstoffpreise verstärkt in den Blickpunkt. Dabei sind Kombinationen aus alten und neuen Technologien gefragt, um die Idee einer klimafreundlichen, nachhaltigen Schifffahrt zu realisieren.
Im Folgenden sollen verschiedene Aspekte der Nutzung der Windenergie für die Schifffahrt dargestellt werden.
In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts lösten die Pläne des Schiffbauingenieurs Wilhelm Prölss aus Hamburg das Engagement des oben genannten Arbeitskreises aus. Er benannte sein damals entwickeltes Handelsschiff mit einem neuartigen Segelantrieb DynaRig. Dies sollte es ermöglichen, auch in der modernen Schifffahrt den Wind gewinnbringend bzw. kostensenkend zu nutzen.
Dieses Segelsystem fand jedoch erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts erstmals auf der Welt Anwendung beim Bau eines privaten Schiffes in Hamburg, INDOSAIL benannt, das seit kurzem die Weltmeere befährt. Das Greenpeace-Aktionsschiff Rainbow-Warrior ist übrigens mit seiner Takelageart INDOSAIL in Hamburg von Peter Schenzle entwickelt worden. In Indonesien ist ein Frachtsegler namens Maruya Yata 900 im Dienst.
Photo: Heinz Otto
Ein weiterer viel versprechender Hamburger Schiffsantrieb befindet sich in jüngster Zeit in der Entwicklung: SKYSAIL, ein Zugdrachensystem (towing kite system), der mit öffentlichen Forschungsgeldern gefördert wurde.
Details sind unter http://www.skysails.info zu finden.
Der wahrscheinlich bedeutendste Schritt zum Systemwechsel bei den Schiffsantrieben wird im Folgenden beschrieben. Das DynaRig des 21. Jahrhunderts beruht auf alten Hamburger Plänen von Wilhelm Rölss und wird derzeit im Mittelmeerraum entwickelt. Der Eigner will neue Maßstäbe bei der Schiffsgeschwindigkeit setzen: Das private 3-Mast-Segelschiff namens Maltese Falcon wurde in Holland während eines Schiffsdesign-Kongresses vorgestellt und diskutiert.
Das 87 m lange Schiff mit 2396 m2 Segelfläche an drei Masten ist bei Perini Navi im Bau. Die Rahen und Masten aus Kohlefaser werden von der Firma Insensys (UK) gebaut, die Segel von Doyle geliefert. Die deutsche Firma Sinnex liefert den Innenausbau.
Die gezeichnete Vision des DynaRig / Maltese Falcon stellt sich wie folgt dar:
Details und aktuelle Entwicklungen (Logbuch) sind unter http://www.symaltesefalcon.com/ zu finden.
Hamburger Appell des BWE zu Klima und Schiff:
http://www.windschiffe.de/hamburgerappell_klima+schiff.pdf
Skysail
http://www.skysails.info/
Transitionrig
www.transitionrig.com
DynaRig - Yacht Maltese Falcon:
http://www.symaltesefalcon.com/
http://www.freivokh.com/page/clipp
http://www.doylesuperyacht.com/news2.htm
Solar Sailor Benelux:
www.solarsailor.nl
Enercon-Schiffe
http://www.taz.de/pt/2006/06/29/a0271.1/text
The new age of sail - Article from New Scientist (2005)
http://www.newscientist.com/channel/earth/energy-fuels/mg18524881.600.html