Windenergienutzung und Schiffe – ein Überblick

1. Einleitung

Der Seeschiffsverkehr mit seiner Abgasproblematik (NOx, SOx und Rußpartikel) führt ein seltsam ruhiges Dasein in der Klimadiskussion.

Berufsbedingte (Abgas-) Erfahrungen bei Probefahrten mit Schiffsneubauten sowie die steigenden Energiekosten und Klimaproblematik der herkömmlichen Schiffe führten dazu, dass sich in Hamburg (Deutschland) ein Diskussions- und Arbeitskreis zu der Problematik „Schiff und Klima“ gegründet hat. Inzwischen hat sich ein Kreis von Fachleuten herausgebildet, der  innerhalb des Bundesverband Windenergie e.V. seit vielen Jahren aktiv ist, um Abgasströme und Antriebsalternativen der Schifffahrt öffentlich zu problematisieren und zu diskutieren.

Gerade die Windenergienutzung in der Schifffahrt kann auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken und gerät nun - angesichts dramatisch steigender Treibstoffpreise – verstärkt in den Blickpunkt. Dabei sind Kombinationen aus alten und neuen Technologien gefragt, um die Idee einer klimafreundlichen, nachhaltigen Schifffahrt zu realisieren.

Im Folgenden sollen verschiedene Aspekte der Nutzung der Windenergie für die Schifffahrt dargestellt werden.



2. Verschiedene Technologien - Etappen der Entwicklung von Großsegelschiffen

a) DynaRig von W. Prölss

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts lösten die Pläne des Schiffbauingenieurs Wilhelm Prölss aus Hamburg das Engagement des oben genannten Arbeitskreises aus. Er benannte sein damals entwickeltes Handelsschiff mit einem neuartigen Segelantrieb „DynaRig“. Dies sollte es ermöglichen, auch in der modernen  Schifffahrt den Wind gewinnbringend bzw. kostensenkend zu nutzen.



b) INDOSAIL

Dieses Segelsystem fand jedoch erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts erstmals auf der Welt Anwendung beim Bau eines privaten Schiffes in Hamburg, „INDOSAIL“ benannt, das seit kurzem die Weltmeere befährt. Das  Greenpeace-Aktionsschiff „Rainbow-Warrior “ ist übrigens mit seiner Takelageart „INDOSAIL“ in Hamburg von Peter Schenzle entwickelt worden. In Indonesien ist ein Frachtsegler namens „Maruya Yata 900“ im Dienst.



Photo: Heinz Otto



c) SKYSAIL

Ein weiterer viel versprechender Hamburger Schiffsantrieb befindet sich in jüngster Zeit in der Entwicklung: SKYSAIL, ein Zugdrachensystem (towing kite system), der mit öffentlichen Forschungsgeldern gefördert wurde.

Details sind unter http://www.skysails.info zu finden.



d) DynaRig neu entdeckt: Maltese Falcon

Der wahrscheinlich bedeutendste Schritt zum Systemwechsel bei den Schiffsantrieben wird im Folgenden beschrieben. Das „DynaRig“ des 21. Jahrhunderts beruht auf alten „Hamburger“ Plänen von Wilhelm Rölss und wird derzeit im Mittelmeerraum entwickelt. Der Eigner will neue Maßstäbe bei der Schiffsgeschwindigkeit setzen: Das private 3-Mast-Segelschiff namens „Maltese Falcon“ wurde in Holland während eines Schiffsdesign-Kongresses vorgestellt und diskutiert.

Das 87 m lange Schiff mit 2396 m2 Segelfläche an drei Masten ist bei Perini Navi im Bau. Die Rahen und Masten aus Kohlefaser werden von der Firma Insensys (UK) gebaut, die Segel von Doyle geliefert. Die deutsche Firma Sinnex liefert den Innenausbau.

Die gezeichnete Vision des DynaRig / Maltese Falcon stellt sich wie folgt dar:




Details und aktuelle Entwicklungen (Logbuch) sind unter http://www.symaltesefalcon.com/ zu finden.


e) Ferner sind weltweit Projekte für die windkraftnutzende Schifffahrt in der Entwicklung, so zum Beispiel



Links



Heinz Otto
Bundesverband WindEnergie BWE Landesverband Hamburg
Germany
www.windschiffe.de
www.wind-energie.de